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Morde Deinen Nächsten

Kriminalkomödie von Leslie Darbon

Die Besetzung

Norman Bellamy Daniel Stenmans
Virgina Bellamy Susanne Neufeld
Kriminalinspektor Anderson Stephan Schotten
Crossley Oliver Schad

Das Stück

„Morde Deinen Nächsten“ wurde unter dem Titel „Murder by Proxy“ von Leslie Darbon geschrieben und nach einer Bearbeitung von Frank-Thomas Mende beim VVB verlegt. Bezeichnet ist das Stück als Kriminalstück; es ist im Nachhinein gesehen aber höchstens als Kriminalkomödie zu gebrauchen – und genau das haben wir daraus gemacht.

Entschieden habe wir uns zu genau diesem Stück, weil es erstens genau zu unserer Besetzung passte und zweitens ein Faible für Kriminalkomödien vorhanden war. Hinzu kam, dass das Bühnenbild und die Kostüme der heutigen Zeit entsprachen und so einfach zu beschaffen waren.

Der Inhalt

Norman Bellamy, korruptes Regierungsmitglied, steht vor einem Skandal. Da hilft nur eins: offiziell sterben. Eine Ersatzexistenz steht bereit: Ben Crossely. Der Mann muss nur noch umgebracht werden, um als Normans Leiche aufzutauchen. Und als Schuldige soll Normans Noch-Frau Virginia entlarvt werden, die einen Geliebten hat. Aber Virginia kommt hinter die Mordpläne und steht nun auch auf der Abschussliste Normans. Aber Norman hat nicht mit einem zweiten Mörder gerechnet, der hinter Ben her ist und nun Norman für Ben hält. Aus dem Opfer wird der Gejagte...

Norman Bellamy, ein korrupter Politiker, möchte seinen Tod vortäuschen, den Mord seiner Frau Virgina in die Schuhe schieben und dann seine Identität wechseln. Er zwingt Kriminalinspektor Anderson, der seinerseits Dreck am Stecken hat, ihm dabei zu helfen. Als die beiden gerade beginnen wollen, den Plan in die Tat umzusetzen, erscheint der Ganove Crossley, der seinerseits noch eine Rechnung mit Normans „neuer Identität“ offen hat. Langsam gerät die Sache für den Politiker aus dem Ruder, vor allem, da sich herausstellt, dass der Inspektor mit dem Gangster unter einem Hut steckt. Und auch seine Frau ist später nicht mehr gut auf ihn zu sprechen. Kein Wunder, dass er in der letzten Szene den Kopf ganz schön in der Schlinge hat – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Inszenierung

Nach dem ersten Lesen war das Stück noch super. Beim zweiten Lesen fragten wir uns „Wo ist denn die Komödie?“, denn als Kriminalkomödie erschien das Stück im Verlagsverzeichnis. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Unter diesem Motto gingen wir an das Stück und haben wirklich alles reingepackt was an komischen Momenten ging. Highlights hierbei waren sicher das simultan übersetzte französische Telefonat und die Schlägerei in Zeitlupe. Da man eine Schlägerei auf der Bühne nicht so choreographieren kann, dass sie echt wird, haben wir alle Schläge real ausgeführt – nur eben in Zeitlupe und mit entsprechender Musikuntermalung. Eine solche Untermalung nutzten wir das ganze Stück über, ob „Die Hände zum Himmel“ (bei einer Krimikomödie sicher passend) oder „Spiel mir das Lied vom Tod“. Alles zusammen führte zu einem abgerundeten Stück, das uns während der Proben ebensoviel Spaß machte, wie auf der Bühne.

Das Bühnenbild/Die Kostüme

Besonderer Clou des Bühnenbildes war sicher das verschiebbare Regal, das als Geheimraum funktionieren sollte und immerhin eine Stunde vor Aufführungsbeginn fertig wurde. Auch die Wände waren aus Dachlatten selbstgemacht und mit Tapeten bespannt. Im Hintergrund durch die Glasfassade sah man schließlich auf einen "malerischen" Garten. Ein Bild, das uns später noch nützlich sein sollte.

Die Kostüme waren einfach und ebenso klischeehaft wie passend. Der Mann im biederen Pulli, die Frau im eleganten Kostüm, der Inspektor im Trenchcoat und der Gangster in Jeans, Pullover und - mit Strickmütze.

Die Aufführungen

30. + 31. März, 1. April 2000; Forum der Begegnungsstätte Kevelaer

Also eigentlich war es gar keine Komödie. Leider stellten wir das erst fest, als wir die Textbücher hatten. Aber wo noch keine Komödie ist, kann prima eine werden. Und es wurde...
Geplant waren drei Aufführungen, die auch sehr gut besucht waren. Etwa 90 Besucher hatten wir jeden Abend. Bei einer Bestuhlung von 120 und der Tatsache, dass wir fast unbekannt waren und so bei null begannen, sicher eine sehr gute Resonanz. Überhaupt kam das Stück sehr gut beim Publikum an. So gut, dass wir während der Pause der letzten Aufführung beschlossen, das Ende kurzerhand zu ändern. Und auch zwischenzeitlich wurde fröhlich drauflos improvisiert. So zum Beispiel, als der Knoten des Strickes sich löste und neu geknüpft werden musste. Während dieser Pause entstand auf einmal ein Gespräch über unfähige Zivis und dafür ausgebildete Wehrdienstleistende. Sogar diese „verbalen Entgleisungen“ wurden beim Publikum begeistert aufgenommen.
Einziger Wermutstropfen ist, dass es von alldem keine Videoaufnahmen gibt, auch wenn wir uns im Programmheft schon für die Videokamera bedanken. Wir hoffen immer noch, dass auf einmal von irgendwo ein Video auftaucht...

Das Programmheft

Einfach mal einen Blick reinwerfen
Immer noch das lustigste und kreativste Programmheft, das wir je hatten.

Stimmen

„Morde Deinen Nächsten“ war mit Sicherheit eines unserer absolut besten Stücke und jedes Mal, wenn ich daran denke, ärgere ich mich, dass wir keine Videoaufnahmen haben. Nicht nur, dass wir während der Proben schon genug Spaß hatten, auch die Aufführung mit der Resonanz des Publikum war fantastisch. Vor allem lief es dann auf der Bühne wie von selbst. Sei es mit den vertauschten Sektgläsern, die immer genau so standen, wie man sie gerade brauchen konnte oder der anspornende Szenenapplaus des Publikums während der Zeitlupen-Schlägerei. Heikel war der Moment, als Daniel dann am Strick und damit am Kronleuchter hing und zweimal davor war, vom rettenden Tisch zu rutschen. Und auch die Improvisation mit den Zivis und den Bundis trieb mir die Schweißperlen auf die Stirn. Aber auch das ist angekommen und ließ dieses Stück, meiner Meinung nach, zu unserem bisher besten werden. Das liegt sicher auch daran, dass es das erste „eigene“ war und so schon etwas Stolz mitspielt. (Stephan Schotten)

Die Presse

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